Tag Archives: Einsamkeit

Jacques

Er sass auf einem flachen Stein an der Ostflanke des Larrun, einige Dutzend Meter vor ihm graste eine Gruppe Pottokak und in der Ferne schweifte sein Blick über Sara, ein kleines Dorf im französischen Baskenland, nahe der Spanischen Grenze. Die Idylle trügte.

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Platzhirsch

“Ist an ihrem Tisch noch ein Platz frei?”  Reflexartig antwortete er mit aufgesetzter Freundlichkeit: “Aber sicher.” Was hätte er auch sagen sollen, schliesslich sass er alleine an einem Tisch für Vier und das Restaurant war rappelvoll. Trotzdem verfluchte er leise seine anerzogenen Manieren, denen er soeben seinen Willen den Gast abzuweisen, mit lediglich zwei Worten und einem Lächeln untergeordnet hatte.

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Der Serientäter an der Ecke

Er schätzte es, wenn man ihm auf gleicher Augenhöhe begegnete. Und obschon er schon oft herablassend behandelt worden war, hielten sich die meisten daran und schraubten nicht nur an ihren Manieren. Der gegenseitige Respekt war in seinem Geschäft zwar nicht Voraussetzung aber es erhöhte die Langlebigkeit ungemein. Trotzdem war er vom Leben auf der Strasse gezeichnet, [...]

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Gemässigtes Klima (III)

Lene war mit Mitte Dreissig aus ihrer Mittelmässigkeit erwacht, hatte ihr gemässigtes Leben mit letzter Kraft aus sich heraus geschrien und hatte zum ersten mal ihr wahres Ich gespürt, als sie unerwartet von einer in die Jahre gekommenen Limousine erfasst, und wieder auf den Boden der Tatsachen geschleudert wurde. Sie spürte nichts mehr.

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Gemässigtes Klima (II)

Lene war auf dem Heimweg gewesen, als sie ihr bisheriges Leben Revue passieren liess und feststellte, dass es äusserst gemässigt verlaufen war – zu gemässigt. Während Lene damit begonnen hatte ihre Gedanken graduell zu beschleunigen, war auch das Wetter aus seiner Mittelmässigkeit erwacht – Petrus hatte kompromisslos einen Wintersturm zusammengebraut. Lene arbeitete in der gemässigten [...]

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Gemässigtes Klima (I)

Es wurde langsam dunkel, obwohl – eigentlich war es an diesem Tag gar nie richtig hell geworden. Gedankenversunken schlenderte Lene über den mit Schneematsch bedeckten Kiesweg. Kein knarrender Neuschnee, kein prickelndes Kies, es hörte sich vielmehr an wie Sand zwischen den Zähnen. Ein leichter Schneeregen setzte ein, als machte auch Petrus heute Kompromisse.

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Zeitverschwendung

Dunkelheit. Noch dunkler. Lichtlos. Er hat sich verkrochen. Er weiss selbst nicht wohin, aber er ist allein – das ist gut so. Die Zeit vergeht – das ist ebenfalls gut. Zeit beruhigt, Zeit heilt.

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Einsamkeit

Grau, neblig, weder kalt noch warm, der Schnee teilweise geschmolzen und der Sommer noch viel zu weit weg. Ein trauriges Bild. Gedankenversunken schlendert er frühmorgens durch die noch menschenleere Altstadt. Allein. Müde.

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