man

Wer ist eigentlich “man”? “Man” verfolgt mich. Verallgemeinernd und anonymisierend schleicht es sich unbemerkt in mein Denken. Ist “man” ein Einzelgänger oder gibt es mehrere davon, und wenn es mehrere gibt, sind sie alle gleich oder unterschiedlich? Auf jeden Fall geht ein “man” nie spurlos an einem vorüber. “Man” übersieht niemand. “Man” beinflusst jeden.

“Man macht es einfach so!”

“Man” kann eine Stütze sein, aber auch eine nicht benötigte Krücke. “Man” behindert. Und trotzdem regt “man” zum Denken an. Um genau dies zu tun lehne ich mich entspannt in meinen Stuhl zurück, stelle meine Füsse auf die Tischkante und ignoriere genüsslich das dies verbietende “man”.

Jean-Paul Robin

This entry was posted in Free Your Mind and tagged , , , , . Bookmark the permalink. Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

4 Comments

  1. Bianka
    Posted December 23, 2009 at 1:52 am | Permalink

    Feine Gedanken zum Thema “man” ! ;-)

  2. Posted January 5, 2010 at 5:50 pm | Permalink

    Über deinen Kommentar bei thinkabout fand ich heute auf diese Seite.

    Wer oder was ist “man”? Das frage ich mich manchmal auch. Eine Antwort habe ich nicht parat. Gefunden habe ich allerdings eine Definition von Rudolf Binding:

    Das Wörtlein “man” war von jeher ein vortreffliches Versteck für alle Sünden des Ichs.

    Jetzt lehne ich mich entspannt zurück und denke darüber nach, was der Verfasser damit sagen will. ;-)

    Gruß Christa Schwemlein

  3. Posted January 6, 2010 at 9:29 am | Permalink

    @Christa
    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Die Aussage Bindings ist durchaus treffend. Sie nimmt eine zusätzliche Dimension an, wenn man weiss, dass Binding einer wohlhabenden und elitären Autorenschicht angehörte, die das nationalsozialistische Deutschland gegen seine Kritiker verteidigte und ein wichtiges Propagandainstrument darstellte. Dann versteckt man das Ich sicherlich gerne hinter einem man.
    Jean-Paul

  4. Posted January 11, 2010 at 5:35 pm | Permalink

    Danke Jean-Paul für deine Ausführungen, die mir neu waren. Der Spruch lag kommentarlos in meiner Sammlung. Interessant wäre jetzt natürlich zu wissen, zu welchem Zeitpunkt Binding zu dieser Erkenntnis kam.
    Gruß Christa

5 Trackbacks

  1. By Der Serientäter an der Ecke on February 25, 2010 at 4:14 pm

    [...] schätzte es, wenn man ihm auf gleicher Augenhöhe begegnete. Und obschon er schon oft herablassend behandelt worden war, [...]

  2. By Platzhirsch on February 25, 2010 at 7:53 pm

    [...] sagen sollen? “Verzeihen sie, aber mein Blick braucht etwas Privatsphäre,” das kann man doch unmöglich sagen.” – “Sind Sie öfters hier?”, fragte ihn sein [...]

  3. By Noch eine Runde on March 14, 2010 at 12:38 am

    [...] die er ihm vor Jahren an diesem Ort gestellt hatte. Er hatte ihn gefragt, “Papa, wieso dreht man sich im Kreis, wenn man wegläuft?” Er musste schmunzeln und drückte eine Träne [...]

  4. [...] Der Musiker als zahnloser gutmütiger Löwe umgeben von über tausend Dompteuren? Und wehe man bleibt als Zuschauer mit verschränkten Armen sitzen, wenn das Publikum aufspringt – [...]

  5. By Unter der Dusche on February 24, 2011 at 5:45 pm

    [...] minutenlang Gedanken über die Fundstelle machte schrieb ich dem Karl-Theodor-Phänomen zu. Man sollte eben nicht immer dem Zeitgeschehen folgen. Doch der Gedanke war bereits wieder [...]

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Optionally add an image (JPEG only)

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de