Jacques

Er sass auf einem flachen Stein an der Ostflanke des Larrun, einige Dutzend Meter vor ihm graste eine Gruppe Pottokak und in der Ferne schweifte sein Blick über Sara, ein kleines Dorf im französischen Baskenland, nahe der Spanischen Grenze. Die Idylle trügte. Read More »

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Ich spiele was Du hören willst – willst Du auch hören was ich zu sagen habe?

Routiniert spielt die Band das Stück, die Lichtshow ist perfekt abgestimmt und das Publikum verhält sich wie erwartet: Die Hände im Takt klatschen, aufstehen, Klatschen über Kopf, Applaus nach Solo des Gitarristen, weiter annähernd im Takt klatschen, ungelenke Tanzeinlagen, Applaus, hinsetzen. Zuweilen ist der Vergleich mit einer Aerobic Lektion erschreckend. Read More »

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Noch eine Runde

Oleg war gerade dabei die Türe zu seinem Geschäft abzuschliessen, als ihm ein warmer Schauer über den Rücken lief. Die Sonne schien. Doch die Wärme kam von Innen, obschon er nüchtern war. Er war glücklich; endlich. Er stieg in die Strassenbahn. Read More »

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Wochenabschluss

Sie stand auf und ging zur Tür. Nach Wochen mangelnder Antriebslust, Ausreden und beinahe professionell anmutender Verdrängung, war heute Schluss – sie hatte ein Ziel. Im Flur begegnete sie dem sonst nervenaufreibenden Freitagnachmittagsverkehr der Getriebenen mit Gleichmut – sie beschleunigte kurz und reihte sich zwischen einen wild gestikulierenden Herrn in verschwitztem Hemd und einer hinter ihr mit 90 Absatzklicks pro Minute tippelnden Dame ein. Read More »

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Platzhirsch

“Ist an ihrem Tisch noch ein Platz frei?”  Reflexartig antwortete er mit aufgesetzter Freundlichkeit: “Aber sicher.” Was hätte er auch sagen sollen, schliesslich sass er alleine an einem Tisch für Vier und das Restaurant war rappelvoll. Trotzdem verfluchte er leise seine anerzogenen Manieren, denen er soeben seinen Willen den Gast abzuweisen, mit lediglich zwei Worten und einem Lächeln untergeordnet hatte. Read More »

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Der Serientäter an der Ecke

Er schätzte es, wenn man ihm auf gleicher Augenhöhe begegnete. Und obschon er schon oft herablassend behandelt worden war, hielten sich die meisten daran und schraubten nicht nur an ihren Manieren. Der gegenseitige Respekt war in seinem Geschäft zwar nicht Voraussetzung aber es erhöhte die Langlebigkeit ungemein. Trotzdem war er vom Leben auf der Strasse gezeichnet, wie auch seine Cousins in New York, Berlin oder Manila, aber immerhin war er noch am Leben – was man von gewissen Berufskollegen leider nicht behaupten konnte. Es war ihm wohl bewusst, dass es ihn jederzeit auch erwischen konnte – da machte er sich keine Illusionen. Read More »

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Gemässigtes Klima (III)

Lene war mit Mitte Dreissig aus ihrer Mittelmässigkeit erwacht, hatte ihr gemässigtes Leben mit letzter Kraft aus sich heraus geschrien und hatte zum ersten mal ihr wahres Ich gespürt, als sie unerwartet von einer in die Jahre gekommenen Limousine erfasst, und wieder auf den Boden der Tatsachen geschleudert wurde. Sie spürte nichts mehr. Read More »

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Gemässigtes Klima (II)

Lene war auf dem Heimweg gewesen, als sie ihr bisheriges Leben Revue passieren liess und feststellte, dass es äusserst gemässigt verlaufen war – zu gemässigt. Während Lene damit begonnen hatte ihre Gedanken graduell zu beschleunigen, war auch das Wetter aus seiner Mittelmässigkeit erwacht – Petrus hatte kompromisslos einen Wintersturm zusammengebraut.

Lene arbeitete in der gemässigten Zone einer Bankfiliale – im mittleren Kader. Während den fetten Jahren waren ein paar Hitzköpfe an ihr vorbei in den Hauptsitz gestiegen, in letzter Zeit hatte sich aber manch krisengekühlter Heisssporn wieder unter ihr eingereiht, was sie in ihrer Risikoaversion bestätigt hatte. Sie war trotzdem ein Angsthase! Read More »

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Der Fremde aus Norwalk

Noro war neu in der Stadt. Ursprünglich aus Norwalk, Ohio, fühlte er sich mittlerweile überall Zuhause. Kurzentschlossen besetzte er ein verlassenes Haus neben dem renommierten Restaurant “Chez Moi”. Das Haus war etwas heruntergekommen und es roch nach Abwasser, aber das störte ihn nicht; im Gegenteil: Das war die perfekte Location. Ob ihm die Hausbesetzung Ärger mit den Ordnungshütern einbringen würde, kümmerte ihn wenig. Er war sich Ärger gewohnt – Ärger war sein zweiter Vorname. Obwohl sein Anblick nichts dergleichen vermuten liesse: Er war von schlanker Statur, elegant gekleidet und äusserst unauffällig. Vielleicht war er deshalb ein Meister seines Fachs. Read More »

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Subventionierter Geschmack?

Tiné griff zum Becher und trank einen grossen Schluck daraus. Sie sass auf einer alten Holzbank am Rande einer Bergwiese. Die Sonne schien ihr ins Gesicht. Die Tautropfen verdampften. Read More »

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